CALL MR 39          

Regeln 11, 16.1, C7.2, C7.3(d), C8.3

Q1
Gelb und Blau segeln vor dem Wind mit Blau in Luv von Gelb überlappend. Rege 17.1 gilt nicht. Gelb luvt langsam und Blau reagiert, aber es regagiert nicht stark genug um sich frei zu halten. Es kommt zu einer Berührung zwischen Blaus Spinnaker und dem Rigg von Gelb. Blau deckt Gelbs Wind ab und überholt Gelb. Eine Y-Flagge wird gezeigt. Wie ist zu entscheiden?

A 1
Wenn sich Blau hätte frei halten können, aber entweder zu langsam oder nicht stark genug reagiert hat, dann hat Blau Regel 11 verletzt. Blau ist zu bestrafen.
Wenn die Schiedsrichter zusätzlich überzeugt sind, dass Blau die Regel mit Absicht verletzt hat oder einen Vorteil trotz Verhängens einer Strafe erhalten hat, sollten sie Blau eine zweite Strafe nach Regel C8.3 geben. Wenn die Schiedsrichter nicht überzeugt sind, dass eine dieser Gegebenheiten vorliegt, aber überzeugt sind, dass Blau durch den Regelverstoß eine das Match kontrollierende Position erhalten hat, sollten die Schiedsrichter Blau mit einer roten Flagge nach Regel C.8.3 bestrafen. Siehe CALL MR 31.

Q2
Wäre die Antwort anders, wenn Gelb eine ausstahende Strafe hätte?

A 2
Nein. Wenn jedoch Blau eine Rot-Flaggen-Strafe nach Regel C8.3 verhängen, würde dies nicht die ausstehende Strafe von Gelb aufheben (C7.3(d)). Blau müsste seine Strafe sobald wie vernünftigerweise möglich ausführen und Gelb würde die ausstehende Strafe behalten.

Question 3
Wäre die Antwort anders, wenn die Boote sich der Ziellinie nähern und Gelb eine ausstahende Strafe hätte?

Answer 3
Nein. Jedoch steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass die Bedingungen für eine Zweifache Strafe von Blau zutreffen. Wird eine zweifache Strafe für Blau verhängt, würde die erste Strafe die ausstehende Strafe von Gelb aufhaben (C7.2(e)). Blau würde nicht als durchs Ziel gegangen gelten bevor es nicht seine zweite Strafe ausgeführt hätte und anschließend durchs Ziel gegangen wäre (C7.2(d).