ALLGEMEINE PRINZIPIEN FÜR UMPIRE ENTSCHEIDUNGEN  

Vier allgemeine Prinzipien gelten für die Entscheidungen von Bahnschiedsrichtern:

1. 'Letzte Gewissheit'

Es gibt viele Anlässe bei denen Bahnschiedsrichter (zum Teil aus ungünstiger Position) den genauen Zeitpunkt beurteilen müssen, wann sich der Status eines Bootes oder seine Lage bezüglich eines anderen Bootes ändert. Beispiele sind 'durch den Wind gehen' oder die Herstellung einer Überlappung. In diesen Fällen sollen die Bahnschiedsrichter annehmen, dass sich der Status bzw. die Lage eines Bootes nicht geändert hat, bis sie sicher sind, dass er bzw. sie sich geändert hat.

2. Uneinigkeit zwischen den Bahnschiedsrichtern

Es gibt Anlässe, bei denen Bahnschiedsrichter unterschiedliche Meinung haben, wie die Entscheidung lauten soll. In diesen Fällen, auch wenn es einer Berührung gab, sollen die Bahnschiedsrichter auf "keine Strafe" entscheiden, anstatt das eine oder das andere Boot zu bestrafen.

3. Regel 14: Berührung vermeiden
Jeder Vorfall mit einer Berührung schließt auch Regel 14 mit ein. Wenn dabei die Bahnschiedsrichter entscheiden, dass ein Boot, das sich hätte frei halten oder Raum geben müssen wegen einer anderen Regel des Teils 2 zu bestrafen ist, dann bedeutet ein Verstoß gegen Regel 14 keine zusätzliche Strafe, sofern kein Schaden entstand. Außer in diesem Fall (eines Schadens) hat Regel 14 keine Bedeutung auf die unmittelbare Entscheidung der Bahnschiedsrichter und ist deshalb nicht extra in jedem Call dieses Buches aufgeführt.

4. Definition: Raum, und Bedeutung von 'in guter Seemannschaft'
ISAF-Case 21 legt fest, dass außergewöhnliche und unnormale Manöver nicht zur guten Seemannschaft gehören. Einige Handlungen, die in einer Wettfahrt mit vielen Booten unnormal und daher keine gute Seemannschaft sind, werden jedoch in einem Team-Race als normal angesehen und sind dort gute Seemannschaft. Jedoch ist jedes Manöver, das für ein Boot oder seiner Mannschaft das Risiko eines Schadens beinhaltet, nicht gute Seemannschaft. Die Bahnschiedsrichter sollen jeden Vorfall auf Grund der Handlungen des Bootes in Anbetracht der vorherrschenden Wind- und Wetterbedingungen beurteilen.