Anhang R - Verfahren für Berufungen und Anträge

Siehe Regel 70. Ein Nationaler Verband kann diesen Anhang durch eine Vorschrift ändern. Die Segelanweisungen dürfen ihn nicht ändern.

R1 Berufungen und Anträge

Berufungen, Anträge von Schiedsgerichten auf Bestätigung oder Berichtigung von Entscheidungen und Anträge auf Auslegung der Regeln müssen in Übereinstimmung mit diesem Anhang erstellt werden.

R2 Vorlegen von Unterlagen
R2.1
Um eine Berufung einzulegen
(a) muss der Berufungsführer nicht später als 15 Tage nach Erhalt der schriftlichen Entscheidung des Schiedsgerichts oder seiner Entscheidung gegen die Wiederaufnahme einer Verhandlung eine Berufung zusammen mit einer Kopie der Entscheidung des Schiedsgerichts dem Nationalen Verband zusenden. Der Berufungsantrag muss darlegen, warum der Berufungsführer der Meinung ist, dass die Entscheidung des Schiedsgerichts oder seine Verfahrensweise falsch war;

(b) wenn eine Verhandlung wie nach Regel 63.1 gefordert, nicht innerhalb von 30 Tagen nachdem der Protest oder der Antrag auf Wiedergutmachung abgeliefert wurde, stattgefunden hat, muss der Berufungsführer innerhalb weiterer 15 Tage eine Berufung zusammen mit einer Kopie des Protestes oder Antrags auf Wiedergutmachung und jeglichen relevanten Schriftverkehr dem Nationalen Verband zusenden. Der Nationale Verband muss diese Frist verlängern, wenn es dafür gute Gründe gibt;

(c) wenn das Schiedsgericht es versäumt, Regel 65 einzuhalten, muss der Berufungsführer innerhalb einer zumutbaren Zeit nach der Verhandlung eine Berufung zusammen mit einer Kopie des Protestes oder des Antrags auf Wiedergutmachung und jeglichen relevanten Schriftverkehrs versenden.

Wenn eine Kopie des Protestes nicht erhältlich ist, muss der Berufungsführer stattdessen eine Erklärung mit dessen Inhalt senden.

R2.2 Außerdem muss der Berufungsführer zusammen mit der Berufung oder sobald wie möglich danach alle im Folgenden genannten Unterlagen, so weit sie für ihn verfügbar sind, zusenden:

(a) den (die) schriftlichen Protest(e) oder Antrag (Anträge) auf Wiedergutmachung;

(b) eine vom Schiedsgericht angefertigte oder bestätigte Skizze mit folgendem Inhalt: Position und Kursverlauf aller beteiligten Boote, Kurs zur nächsten Bahnmarke mit Angabe der zu passierenden Seite, Windstärke und Windrichtung und, sofern dies von Bedeutung ist, die Wassertiefe und Richtung und Stärke jeglicher Strömung;

(c) Ausschreibung, Segelanweisungen und alle anderen für die Veranstaltung verbindlichen Bedingungen sowie alle darin festgelegten Änderungen;

(d) jegliche zusätzlichen Unterlagen von Bedeutung;

(e) Namen, Post- und E-Mail-Adressen und Telefonnummern aller Verhandlungsparteien sowie des Vorsitzenden des Schiedsgerichts.

R2.3 Der Antrag eines Schiedsgerichtes zur Bestätigung oder Berichtigung seiner Entscheidung darf nicht später als 15 Tage nach der Entscheidung zugesandt werden und muss die Entscheidung und alle in Regel R2.2 aufgelisteten Dokumente enthalten. Ein Antrag auf Auslegung der Regeln muss den angenommenen Sachverhalt enthalten.

R3 Verantwortlichkeiten des Nationalen Verbandes und des Schiedsgerichts
Nach Erhalt einer Berufung oder eines Antrags auf Bestätigung oder Berichtigung muss der Nationale Verband den Parteien und dem Schiedsgericht Kopien der Berufung oder des Antrags und die Entscheidung des Schiedsgerichts zustellen. Es muss das Schiedsgericht um die in Regel R2.2 aufgeführten relevanten Unterlagen bitten, die vom Berufungsführer oder vom Schiedsgericht nicht vorgelegt wurden. Das Schiedsgericht muss sie unverzüglich dem Nationalen Verband zusenden. Wenn der Nationale Verband sie erhalten hat, muss er Kopien an die Parteien schicken.

R4 Stellungnahmen und Erläuterungen

R4.1 Die Parteien sowie das Schiedsgericht können zur Berufung, dem Antrag oder allen Dokumenten, die in Regel R2.2 aufgeführt sind, Stellung nehmen und die Stellungnahmen dem Nationalen Verband schriftlich zusenden.

R4.2 Der Nationale Verband kann Erläuterungen zu Regeln, die für die Veranstaltung galten, von Organisationen anfordern, die nicht Partei der Verhandlung waren.

R4.3 Der Nationale Verband muss Kopien von Stellungnahmen und erhaltenen Erläuterungen, sofern vorhanden, den Parteien sowie dem Schiedsgericht zustellen.

R4.4 Stellungnahmen zu den Dokumenten müssen nicht später als 15 Tage nach Erhalt durch den Nationalen Verband abgegeben worden sein.

R5 Unzulänglicher Sachverhalt; Wiedereröffnung
Der Nationale Verband muss den vom Schiedsgericht ermittelten Sachverhalt akzeptieren. Entscheidet er aber, dass dieser unzulänglich ist, muss er das Schiedsgericht auffordern, zusätzliche Fakten oder andere Informationen anzugeben oder die Verhandlung wieder aufzunehmen und alle neu ermittelten Fakten mitzuteilen. Das Schiedsgericht muss das unverzüglich tun.

R6 Rücknahme einer Berufung
Ein Berufungsführer kann durch Annahme der Entscheidung des Schiedsgerichts eine Berufung zurücknehmen, bevor sie entschieden ist.