Anhang J - Ausschreibung einer Wettfahrt und Segelanweisungen

Siehe Regel 89.2(a) und 90.2. Der Ausdruck ‘Wettfahrt’ schließt eine Regatta oder andere Wettfahrtserien ein.

J1 Inhalt der Ausschreibung

J1.1 Die Ausschreibung muss folgende Angaben erhalten:

(1) Name, Ort und Zeiten der Wettfahrten, Name des Veranstalters;

(2) dass die Wettfahrt den Regeln unterliegt, wie sie in den „Wettfahrtregeln Segeln“ festgelegt sind;

(3) eine Auflistung aller Unterlagen, die für die Veranstaltung maßgeblich sind (z. B. die Ausrüstungsregeln, soweit sie angewendet werden) mit der Angabe, wo und wie eine solche Unterlage oder eine Kopie davon eingesehen werden kann;

(4) die teilnehmende(n) Klasse(n), verwendete Ausgleichs- oder Rennwertsysteme und die Klassen, für die sie gelten, Meldebedingungen sowie etwaige Teilnahmebeschränkungen;

(5) Zeitangaben für die Anmeldung und für die Ankündigungssignale der Übungswettfahrt, sofern eine angesetzt und der ersten Wettfahrt und, falls möglich, auch der folgenden Wettfahrten.

J1.2 Die Ausschreibung muss alle nachstehenden Punkte enthalten, die gelten und die den Teilnehmern eine Entscheidungshilfe dafür geben, ob sie an der Veranstaltung teilnehmen, oder ihnen andere Informationen vermitteln, die sie benötigen, bevor die Segelanweisungen erhältlich sind.

(1) Angabe aller Wettfahrtregeln, die geändert sein werden (Siehe Regel 86), eine Zusammenfassung aller Änderungen und die Angabe, dass alle Änderungen vollständig in den Segelanweisungen enthalten sein werden (und, falls Regel 86.2 gilt, einschließlich der Angabe, dass die Änderung von der ISAF genehmigt ist);

(2) dass von den Booten verlangt wird, vom Veranstalter ausgewählte und gestellte Werbung anzubringen (siehe Regel 80 und ISAF-Regulation 20, Werbe-Codex), sowie andere Informationen in Zusammenhang mit Regulation 20;

(3) jegliche Klassifikations-Anforderungen die einige oder alle Teilnehmer erfüllen müssen (siehe Regel 79 und ISAF-Regulation 22, Segler-Klassifikations-Kodex);

(4) bei einer Veranstaltung, bei der Meldungen aus anderen Nationen erwartet werden, alle nationalen Vorschriften, die eine zusätzliche Vorbereitung erfordern (Siehe Regel 88);

(5) das Verfahren für die Voranmeldung oder Meldung einschließlich Meldegeld und sämtliche Meldeschlüsse;

(6) Ein von dem Eigner bzw. seinem Vertreter zu unterzeichnendes Meldeformular, das sinngemäß folgende Formulierung enthält: "Ich verpflichte mich zur Beachtung der Wettfahrtregeln Segeln sowie aller sonstigen für die Veranstaltung geltenden Regeln";

(7) Ausrüstungskontrollen, Vermessungsverfahren oder Anforderungen bezüglich Vermessungs-Bescheinigungen, Handicaps oder Rennwertnachweisen;

(8) Zeit und Ort für die Entgegennahme der Segelanweisungen;

( 9) Änderungen der Klassenvorschriften wie in Regel 87 erlaubt, wobei die jeweilige Regel und jede Abweichung im Einzelnen anzugeben ist;

(10) die Kurse, die gesegelt werden sollen;

(11) Eine andere Strafe als die Zwei-Drehungen-Strafe bei einem Verstoß gegen eine Regel aus Teil 2;

(12) Ausschluss des Rechts auf Berufung gemäß Regel 70.5;

(13) das Wertungssystem, falls nicht das Low-Point-System gemäß Anhang A verwendet werden soll, die Anzahl der vorgesehenen Wettfahrten und die Anzahl von Wettfahrten, die mindestens vollendet werden müssen, um als Wettfahrtserie gewertet werden zu können;

(14) für gecharterte oder geliehene Boote, ob Regel G3 gilt;

(15) Preise.

J2 Inhalt der Segelanweisungen

J2.1 Die Segelanweisungen müssen folgende Angaben enthalten:

(1) dass die Wettfahrt den Regeln unterliegt, wie sie in den „Wettfahrtregeln Segeln“ festgelegt sind;


(2) eine Auflistung aller Unterlagen, die für die Veranstaltung maßgeblich sind (z. B. die Ausrüstungsregeln, sofern sie angewendet werden);

(3) den Zeitplan der Wettfahrten, die teilnehmenden Klassen und die Zeiten der Ankündigungssignale für jede Klasse;

(4) die zu segelnde(n) Bahn(en) oder eine Liste von Bahnmarken, aus denen die Bahn gewählt wird, und ggf. die Angabe, wie die Bahnen angezeigt werden;

(5) die Beschreibung der Bahnmarken, einschließlich der Start- und der Ziel-Bahnmarken, mit Festlegung der Reihenfolge in der die Bahnmarken zu passieren sind sowie die Seite, an der jede zu lassen ist, und Kennzeichnung aller Bahnmarken, die zu runden sind (siehe Regel 28.2);

(6) die Beschreibung der Start- und Ziellinie, der Klassenflaggen sowie weiterer spezieller verwendeter Signale;

(7) ein eventuell vorgesehenes Zeitlimit für den Zieldurchgang;

(8) wenn, das eventuell verwendete Handicap- oder Rennwertsystem und die Klassen, für die es gültig ist;

(9) das Wertungssystem, sofern es vom Low-Point-System in Anhang A abweicht, einschließlich eines Verweises auf Anhang A, die Klassenvorschriften oder sonstige, für die Veranstaltung gültige Regeln, die auch vollständig angegeben werden können. Anzahl der vorgesehenen Wettfahrten und Mindestzahl von Wettfahrten, die vollendet werden müssen, um als Wettfahrtserie gewertet zu werden.

J2.2 Die Segelanweisungen müssen diejenigen der folgenden Punkte enthalten, die gelten:

(1) dass von den Booten verlangt wird, vom Veranstalter ausgewählte und gestellte Werbung anzubringen (siehe Regel 80 und ISAF-Regulation 20, Werbe-Codex), sowie weitere Informationen in Zusammenhang mit Regulation 20;

(2) Ersatz der Regeln von Teil 2 durch die Wegerechtregeln der Internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See oder durch sonstige staatliche Wegerechtsvorschriften unter Angabe der Zeit(en) und Ort(e) für deren Anwendung und von der Wettfahrtleitung verwendete Nachtsignale;

(3) durch Regel 86 erlaubte Änderungen der Wettfahrtregeln mit ausdrücklichem Bezug auf jede geänderte Regel und Angabe der Änderung (und, falls Regel 86.2 gilt, einschließlich der Angabe, dass die Änderung von der ISAF genehmigt ist);

(4) Änderungen nationaler Vorschriften (siehe Regel 88.2);

(5) Vorschriften die gelten, wenn Boote in einer Wettfahrt durch die Gewässer von mehr als einem Nationalen Verband segeln und wann diese gelten (siehe Regel 88.1)

(6) wenn angebracht, bei einer Veranstaltung, bei der Meldungen aus anderen Nationen erwartet werden, eine englische Version der geltenden nationalen Vorschriften;

(7) Änderungen von Klassenregeln, wie nach Regel 87 erlaubt, unter Bezug auf die Vorschrift und Angabe der Änderung;

(8) Einschränkungen im Hinblick auf Änderungen an Booten, die durchden Veranstalter zur Verfügung gestellt werden;

(9) Verfahren für Ausrüstungskontrolle oder Vermessung;

10) Standort(e) der Tafel(n) für Bekanntmachungen;

(11) Verfahren für Änderungen der Segelanweisungen;

(12) Verfahren wie Änderungen der Segelanweisungen mündlich auf dem Wasser gegeben werden (siehe Regel 90.2(c);

(13) Sicherheitsvorkehrungen wie Anforderungen und Signale für persönliche Auftriebsmittel, Anmeldung in der Startzone sowie Abmeldung und Rückmeldung an Land;

(14) Erfordernis von Erklärungen;

(15) Signale an Land, Standort der Signalanlage(n);

(16) Regattagebiet (möglichst mit Karte);

(17) ungefähre Länge der Bahn; ungefähre Länge der Kreuzstrecken;

(18) Beschreibung aller Gebiete, die von der Wettfahrtleitung als Hindernis gekennzeichnet sind (siehe Definition „Hindernis“);

(19) gegebenenfalls das Zeitlimit für den Zieldurchgang des ersten Bootes und gegebenenfalls das Zeitlimit für andere als das erste Boot;

(20) Zeitvergütungen;

(21) Lage der Startzone und jegliche Einschränkungen beim Eintritt in diese;

(22) besondere Verfahren bzw. Signale für Einzel- oder allgemeinen Rückruf;

(23) Boote, die auf Positionen von Bahnmarken hinweisen;

(24) spezielle Verfahren oder Signale für die Änderung eines Bahnschenkels (siehe Regel 33);

(25) besondere Verfahren für Bahnabkürzungen bzw. für den Zieldurchgang nach Bahnabkürzung;

(26) Einschränkungen hinsichtlich des Einsatzes von Teambooten, Plastikbehältern, Funkgeräten usw.; Müllentsorgung, des „Aus-dem-Wasser- Nehmens“ und der Gewährung von Hilfe von außen für ein Boot, das sich nicht in einer Wettfahrt befindet;

(27) die Strafe für Verstoß gegen eine Regel von Teil 2, wenn nicht die Zwei-Drehungen-Strafe angewendet wird;

(28) ob Anhang P gilt;

(29) wann und unter welchen Umständen Vortrieb nach Regel 42.3(i) erlaubt ist;

(30) Fristen, Ort von Verhandlungen, und spezielle Verfahren für Proteste, Anträge auf Wiedergutmachung oder Anträge auf Wiederaufnahme;

(31) bei Gültigkeit von Regel N 1.4(b) das Zeitlimit für die Beantragung einer Verhandlung nach dieser Regel;

(32) Ausschluss des Rechts auf Berufung gemäß Regel 70.5

(33) sofern nach Regel 70.3 verlangt, der Nationale Verband, an den Berufungen und Anträge zu senden sind;

(34) sofern verlangt, die Zustimmung des Nationalen Verbandes zur Ernennung einer Internationalen Jury gemäß Regel 91(b);

(35) Ersetzen von Teilnehmern;

(36) die minimale Anzahl von Booten, die im Startgebiet erscheinen müssen, damit eine Wettfahrt gestartet wird;

(37) wann und wo an einem Tag verschobene oder abgebrochene Wettfahrten gesegelt werden;

(38) Gezeiten und Strömungen;

(39) Preise;

(40) sonstige Verpflichtigungen der Wettfahrtleitung und Verpflichtungen der Boote.