Anhang C - Regeln für Match-Racing

Match Races müssen nach den Wettfahrtregeln – Segeln mit den Änderungen dieses Anhangs gesegelt werden. Wenn in der Ausschreibung und in den Segelanweisungen nichts anderes vorgeschrieben ist, müssen Bahnschiedsrichter (Umpire) tätig sein.
Anmerkung: Eine Standard-Ausschreibung, Standard-Segelanweisung und Match Racing Regeln für Blinde Teilnehmer sind im Internet auf der ISAF Website verfügbar.

C1 Terminologie

‘Teilnehmer’ bedeutet Steuermann, Besatzung oder Boot entsprechend der Veranstaltung . ‘Flight‘ bedeutet zwei oder mehr Matches, die in der gleichen Startserie gestartet werden.

C2 Änderungen der Definitionen und der Regeln von Teil 2 und 4

C2.1 Die Definition Zieldurchgang ist geändert in:

‘Ein Boot geht durchs Ziel, wenn irgendein Teil seines Rumpfes oder seiner in normaler Position befindlichen Besatzung oder Ausrüstung die Ziellinie in Richtung des Kurses von der letzten Bahnmarke nach Ausführung etwaiger Strafen überquert. Wurden jedoch die Strafen gemäß Regel C7.2(d) aufgehoben, nachdem eines oder beide durchs Ziel gegangen sind, soll jedes so als durchs Ziel gegangen gewertet werden, wie es die Ziellinie überquerte.’

C2.2 Ergänze zur Definition „Richtiger Kurs“: ‘Ein Boot, das eine Strafe ausführt oder manövriert, um eine Strafe auszuführen, segelt keinen richtigen Kurs.’

C2.3 In der Definition Zone ist der Abstand auf zwei Rumpflängen geändert.

C2.4 Regel 13 ist geändert in:

13 Während des Wendens oder Halsens
13.1 Nachdem ein Boot durch den Wind gegangen ist, muss es sich von anderen Booten freihalten, bis es auf einem Kurs am Wind ist.

13.2 Nachdem das Unterliek des Großsegels eines Bootes, das vor dem Wind segelt, die Mittschiffslinie überquert hat, muss es sich von anderen Booten freihalten, bis sich sein Großsegel gefüllt hat oder es nicht länger auf einem Vor-Wind-Kurs segelt.

13.3 Während der Gültigkeit der Regeln 13.1 oder 13.2 gelten die Regeln 10, 11 und 12 nicht. Unterliegen jedoch zwei Boote gleichzeitig der Regel 13.1 oder 13.2, muss sich das auf der Backbordseite des anderen oder das achteraus liegende freihalten.

C2.5 Regel 16.2 ist gestrichen.

C2.6 Regel 18.2(e) ist geändert in:

Wenn ein Boot eine innere Überlappung erlangt hat und von diesem Zeitpunkt das außen-liegende Boot nicht in der Lage war Bahnmarken-Raum zu geben, ist es nicht verpflichted Bahnmarken-Raum zu geben.

C2.7 Regel 18.3 ist geändert in:

Wenn ein Boot innerhalb der Zone durch den Wind geht und danach auf dem gleichen Bug ist, wie ein Boot das die Bahnmarke anliegen kann, gilt danach Regel 18.2 nicht zwischen diesen Booten. Wenn, sobald das Boot, das durch den Wind gegangen ist, die Wende beendet hat,
(a) das andere Boot nicht durch Luven vermeiden kann, eine innere Überlappung zu ihm herzustellen, hat es Anspruch auf Bahnmarken-Raum;
(b) das andere Boot durch Luven vermeiden kann, eine innere Überlappung zu ihm herzustellen, hat das Boot, das durch den Wind gegangen ist, Anspruch auf Bahnmarken-Raum.

C2.8 Gilt Regel 20 , sind zusätzlich zu den geforderten Zurufen auch folgende Armzeichen des Steuermanns erforderlich:
(a) für ‘Raum zum Wenden’: Wiederholtes und deutlich sichtbares Zeigen nach Luv; und
(b) für ‘Wenden Sie’: Wiederholtes und deutlich sichtbares Zeigen auf das andere Boot und Winken nach Luv.

C2.9 Regel 22.3 ist geändert in
:Ein Boot, das sich rückwärts durchs Wasser bewegt, muss sich von einem Boot freihalten, das dies nicht tut.

C2.10 Regel 24.1 ist geändert in:
‘Ein Boot, das nicht in der Wettfahrt ist, darf ein Boot das in einer Wettfahrt ist oder ein Schiedsrichterboot nicht behindern.’

C2.11 Eine neue Regel 24.3 wird hinzugefügt: ‘Begegnen sich Boote verschiedener Matches, muss jede Kursänderung der Boote mit der Beachtung einer Regel oder mit dem Versuch, das eigene Match zu gewinnen, vereinbar sein.’

C2.12 Füge zum Vorwort von Teil 4 hinzu:‘Regel 42 gilt auch zwischen dem Ankündigungs- und dem Vorbereitungssignal’.

C2.13 Regel 42.2(d) ist geändert in ‘Wriggen: Wiederholte Bewegungen des Ruders, um das Boot vorwärts zu treiben.’

C 3 Wettfahrtsignale und Änderungen in dazugehörigen Regeln

C3.1 Startsignale

Die Signale für den Start eines Matches sind die Folgenden. Zeiten müssen von den optischen Signalen genommen werden; das Versagen eines Schallsignals ist nicht zu beachten. Wird mehr als ein Match gesegelt, ist das Startsignal für das eine Match das Ankündigungssignal für das nächste.

Zeit in Min. optisches Signal Schallsignal Bedeutung
10 Signalflagge F gesetzt Ein Achtungssignal
6 Signalflagge F niedergeholt kein  
5 Zahlenwimpel* gesetzt Ein Ankündigungssignal
4 Signalflagge P gesetzt Ein Vorbereitungssignal
2 blaue oder gelbe oder beide Flaggen gesetzt** Ein** Ende der Vorstart-Anmeldezeit
1 Signalflagge P niedergeholt ein langes  
0 Ankündigungssignal niedergeholt Ein Startsignal

* Innerhalb eines Flight bedeutet: Zahlenwimpel 1 - Match 1; Zahlenwimpel 2 - Match 2 usw., sofern die Segelanweisungen nicht etwas anderes festlegen.

** Diese Signale werden nur gegeben, wenn ein oder beide Boote nicht die Regel C4.2 befolgen. Die Flagge(n) bleibt (bleiben) gesetzt, bis die Bahnschiedsrichter eine Strafe signalisiert haben oder eine Minute lang, je nachdem was früher ist.

C3.2 ÄNDERUNGEN IN DAZUGEHÖRIGEN REGELN

(a) Regel 29.1 ist geändert in:

(1) Ist bei seinem Startsignal irgendein Teil des Rumpfes, der Besatzung oder der Ausrüstung eines Bootes auf der Bahnseite der Startlinie oder einer ihrer Verlängerungen, muss die Wettfahrtleitung unverzüglich eine blaue bzw. eine gelbe Flagge zur Kenn-zeichnung des Bootes setzen und ein Lautsignal geben. Die Flagge muss gesetzt bleiben, bis das Boot ganz auf der Vorstartseite der Start-linie oder einer ihrer Verlängerungen ist, oder bis zwei Minuten nach seinem Startsignal, je nachdem was früher ist.

(2) Wenn ein Boot nach seinem Startsignal über eine Verlängerung der Startlinie von der Vorstartseite auf die Bahnseite der Startlinie segelt, ohne regelkonform gestartet zu sein, muss die Wettfahrtleitung unverzüglich eine blaue bzw. eine gelbe Flagge zur Identifizierung des Bootes setzen. Die Flagge muss gesetzt bleiben, bis das Boot ganz auf der Vorstartseite der Startlinie oder einer ihrer Verlängerungen ist oder bis zwei Minuten nach seinem Startsignal, je nachdem was früher ist.

(b) Im Wettfahrtsignal „AP“ ist der letzte Satz zu ändern in: ‘Das Achtungssignal wird eine Minute nach dem Niederholen gegeben, wenn nicht zu diesem Zeitpunkt die Wettfahrt wieder verschoben oder abgebrochen wird.’

(c) Im Wettfahrtsignal N ist der letzte Satz zu ändern in: ‘Das Achtungssignal wird eine Minute nach dem Niederholen gegeben, wenn nicht zu diesem Zeitpunkt die Wettfahrt erneut abgebrochen oder verschoben wird.’

C3.3 Signale für die Ziellinie

Das Wettfahrtsignal ‘blaue Flagge oder Signalkörper’ darf nicht verwendet werden.

C4 Erfordernisse vor dem Start

C4.1 Bei seinem Vorbereitungssignal muss sich jedes Boot außerhalb einer Linie befinden, die in einem 90°-Winkel zur Startlinie durch die Start-Bahnmarke an dem ihm zugewiesenen Ende der Linie verläuft. Das Boot, das in der Paarungsliste auf der linken Seite aufgeführt ist, wird dem Backbordende der Startlinie zugeordnet und muss in der Wettfahrt eine blaue Flagge an seinem Heck gesetzt haben. Das andere Boot wird dem Steuerbordende zugeordnet und muss in der Wettfahrt eine gelbe Flagge an seinem Heck gesetzt haben.

C4.2 Innerhalb der Zwei-Minuten-Frist nach seinem Vorbereitungssignal muss ein Boot die Startlinie das erste Mal von der Bahnseite zur Vorstartseite überqueren und von ihr klar sein.

C5 Signale durch die Bahnschiedsrichter

C5.1 Eine grün-weiße Flagge zusammen mit einem langen Schallsignal bedeutet ‘Keine Strafe’

C5.2 Eine blaue oder gelbe Flagge – ein Boot kennzeichnend – mit einem langen Schallsignal bedeutet: ‘Das angegebene Boot muss eine Strafe in Übereinstimmung mit Regel C7 ausführen.’

C5.3 Eine rote Flagge mit oder kurz nach einer blauen oder gelben Flagge mit einem langen Schallsignal bedeutet: ‘Das angegebene Boot muss eine Strafe in Übereinstimmung mit Regel C7.3(d) ausführen.’

C5.4 Eine schwarze Flagge zusammen mit einer blauen oder gelben Flagge und einem langen Schallsignal bedeutet: ‘Das angegebene Boot wird disqualifiziert. Das Match ist beendet und wird für das andere Boot gewertet.’

C5.5 Ein kurzes Schallsignal bedeutet: ‘Eine Strafe ist nun vollständig ausgeführt.’

C5.6 Wiederholte kurze Schallsignale bedeuten: ‘Ein Boot ist nicht mehr dabei, eine Strafe auszuführen und die Strafe bleibt bestehen.’

C5.7 Eine blaue oder gelbe Flagge oder ein blauer oder gelber Signalkörper gesetzt auf einem Schiedsrichterboot bedeutet: ‘Das angegebene Boot hat eine ausstehende Strafe.’

C6 Proteste und Anträge auf Wiedergutmachung von Booten

C6.1 Ein Boot kann gegen ein anderes Boot protestieren

(a) nach einer Regel des Teils 2 außer nach Regel 14 durch deutlich sichtbares Zeigen der Flagge Y unmittelbar nach einem Vorfall, an dem es beteiligt war;

(b) nach jeder anderen, nicht in den Regeln C6.1(a) oder C6.2 aufgeführten Regel, indem es deutlich eine rote Flagge sobald wie möglich nach dem Vorfall zeigt.

C6.2 Ein Boot darf nicht gegen ein anderes Boot protestieren nach

(a) Regel 14, sofern nicht ein Schaden oder eine Verletzung entstand;

(b)einer Regel des Teils 2, sofern es nicht an dem Vorfall beteiligt war;

(c) Regel 31 oder 42; oder

(d)Regel C4 oder C7.

C6.3 Ein Boot, das beabsichtigt, Wiedergutmachung infolge von Umständen zu beantragen, die vor seinem Zieldurchgang bzw. seinem Aufgeben eingetreten sind, muss bei der ersten Gelegenheit nach Bemerken dieser Umstände deutlich eine rote Flagge setzen, jedoch spätestens zwei Minuten nach dem Zieldurchgang oder dem Aufgeben.

C6.4
(a) Ein Boot, das nach Regel C6.1(a) protestiert, muss die Flagge Y vor oder so bald wie möglich nach dem Signal der Bahnschiedsrichter streichen.

(b) Ein Boot, das nach Regel C6.1(b) protestiert oder Wiedergutmachung nach Regel C6.3 beantragt, muss zur Gültigkeit seines Protestes die rote Flagge so lange gesetzt lassen, bis es die Bahnschiedsrichter auf diese Weise nach Zieldurchgang oder Aufgeben informiert hat. Ein schriftlicher Protest oder Antrag auf Wiedergutmachung ist nicht erforderlich.

C6.5 Entscheidungen der Bahnschiedsrichter

(a) Nachdem Flagge Y gesetzt wurde, müssen die Bahnschiedsrichter entscheiden, ob sie eines der Boote bestrafen. Sie müssen ihre Entscheidung in Übereinstimmung mit Regel C5.1, C5.2 oder C5.3 anzeigen. Wenn jedoch die Bahnschiedsrichter ein Boot nach Regel C8.2 bestrafen und im gleichen Vorfall eine Flagge Y von einem Boot gesetzt wird, können die Bahnschiedsrichter die Flagge Y unbeachtet lassen.

(b) Die Rote-Flaggen-Bestrafung in Regel C5.3 muss angewendet werden, wenn ein Boot als Ergebnis eines Regelverstoßes eine kontrollierende Position erreicht hat, die Bahnschiedsrichter aber nicht sicher sind, ob die Bedingungen für eine zusätzliche Strafe durch die Bahnschiedsrichter erfüllt sind.

C6.6 Entscheidungen des Schiedsgerichts

(a) Das Schiedsgericht kann in jeder ihm angemessen erscheinenden Weise Beweise aufnehmen und die von ihm getroffene Entscheidung mündlich verkünden.

(b) Entscheidet das Schiedsgericht, dass ein Verstoß gegen eine Regel keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis des Matches hatte, so kann es

(1) eine Strafe von einem Punkt oder einen Bruchteil eines Punktes verhängen;
(2) anordnen, die Wettfahrt neu auszusegeln, oder
(3) eine anderweitige, von ihm für angemessen gehaltene Regelung beschließen, die auch darin bestehen kann, dass keine Strafe verhängt wird.

(c) Die Strafe für eine Verletzung der Regel 14, wenn es einen Schaden oder eine Verletzung gab, liegt im Ermessen des Schiedsgerichts und kann auch einen Ausschluss von weiteren Wettfahrten der Veranstaltung beinhalten.

C7 Strafsystem

C7.1 Gestrichene Regel

Regel 44 ist gestrichen.

C7.2 Alle Strafen

(a) Ein bestraftes Boot kann eine Strafe innerhalb der Einschränkungen der Regel C7.3 hinausschieben und muss sie wie folgt ausführen:
(1) Auf einem Schenkel der Bahn zu einer Luvbahnmarke muss es halsen und so bald wie vernünftigerweise möglich auf einen Am-Wind-Kurs luven.
(2) Auf einem Schenkel der Bahn zu einer Leebahnmarke oder der Ziellinie muss es wenden und so bald wie vernünftigerweise möglich auf einen Kurs, der tiefer als 90° zum wahren Wind ist, abfallen.

(b) Ergänze zu Regel 2: In der Wettfahrt braucht ein Boot keine Strafe ausführen, sofern nicht durch einen Bahnschiedsrichter angezeigt wurde, dies zu tun.’

(c) Ein Boot vollendet einen Bahnschenkel, wenn sein Bug die Verlängerung der Linie von der vorangehenden Bahnmarke durch die Bahnmarke, die es gerade rundet, überquert bzw. auf dem letzten Bahnschenkel, wenn es durchs Ziel geht.

(d) Ein bestraftes Boot darf nicht als durchs Ziel gegangen gewertet werden, bis es seine Strafe ausführt, vollständig auf die Bahnseite der Ziellinie zurücksegelt und dann durchs Ziel geht, sofern die Strafe nicht vor oder nach dem Überqueren der Ziellinie aufgehoben wird.

(e) Hat ein Boot eine oder zwei ausstehende Strafen und das andere Boot seines Matches wird bestraft, muss eine Strafe für jedes Boot aufgehoben werden. Eine Bestrafung aufgrund einer roten Flagge hebt jedoch keine andere Strafe auf und wird nicht durch eine andere Strafe aufgehoben.

(f) Hat ein Boot mehr als zwei ausstehende Strafen, müssen die Bahnschiedsrichter nach Regel C5.4 dessen Disqualifikation signalisieren.

C7.3 Strafeinschränkungen

(a) Ein Boot, das eine Strafe ausführt, die eine Wende beinhaltet, muss den Spinnakerkopf unterhalb des Lümmelbeschlags des Großbaumes haben von dem Zeitpunkt an, wo es durch den Wind geht, bis es auf einem Am-Wind-Kurs ist.

(b) Kein Teil einer Strafe darf innerhalb der Zone einer zu rundenden Bahnmarke gemacht werden, die den Schenkel, auf dem sich das Boot befindet, beginnt, begrenzt oder beendet.

(c) Hat ein Boot eine ausstehende Strafe, darf es die Strafe zu jedem Zeitpunkt nach dem Starten und vor dem Zieldurchgang ausführen. Hat ein Boot zwei aufgeschobene Strafen, muss es eine der Strafen sobald wie vernünftigerweise möglich ausführen, aber nicht vor dem Starten.

(d) Zeigen die Bahnschiedsrichter eine rote Flagge mit oder kurz nach einer Bestrafungsflagge, muss das bestrafte Boot die Strafe so bald wie vernünftigerweise möglich, aber nicht vor seinem Start ausführen.

C7.4 Ausführen und Vollenden einer Strafe

(a) Wenn ein Boot mit einer ausstehenden Strafe auf einem Schenkel zu einer Luvbahnmarke ist und halst oder auf einem Schenkel zu einer Leebahnmarke oder der Ziellinie ist und mit dem Bug durch den Wind geht, ist es dabei, eine Strafe auszuführen.

(b) Wenn ein Boot, das dabei ist, eine Strafe auszuführen, die Strafe nicht korrekt durchführt oder die Strafe nicht so bald wie vernünftigerweise möglich vollendet, ist es nicht mehr dabei die Strafe auszuführen. Die Bahnschiedsrichter müssen das anzeigen wie in Regel C5.6 gefordert.

(c) Das Bahnschiedsrichterboot eines jeden Matches muss blaue oder gelbe Flaggen oder Signalkörper setzen, wobei jede Flagge oder jeder Signalkörper eine ausstehende Strafe anzeigt. Wenn ein Boot eine Strafe ausgeführt hat oder eine Strafe aufgehoben wurde, muss eine der Flaggen oder einer der Signalkörper mit dem erforderlichen Schallsignal niedergeholt werden. Ein Versäumnis der Bahnschiedsrichter regelkonform zu signalisieren darf die Anzahl der ausstehenden Strafen nicht ändern.

C8 Durch die Bahnschiedsrichter veranlasste Strafen

C8.1 Regeländerungen

(a) Regel 60.2(a) und 60.3(a) dürfen nicht auf Regeln angewendet werden, für die Strafen durch die Bahnschiedsrichter ausgesprochen werden können.

(b) Regel 64.1(a) ist dahingehend geändert, dass die Entlastung eines Bootes durch die Bahnschiedsrichter ohne Verhandlung festgelegt und ausgesprochen werden kann. Dies hat Vorrang vor jeder entgegenstehenden Regel dieses Anhangs.

C8.2 Entscheiden die Bahnschiedsrichter, dass ein Boot gegen die Regeln 31, 42, C4, C7.3(c) oder C7.3(d) verstoßen hat, muss es bestraft werden. Die Strafe wird nach Regel C5.2 oder C5.3 signalisiert. Wurde jedoch ein Boot wegen eines Verstoßes gegen eine Regel von Teil 2 bestraft und hat es beim selben Vorfall gegen Regel 31 verstoßen, darf es nicht für den Verstoß von Regel 31 bestraft werden. Weiterhin muss ein Boot, das eine falsche Flagge zeigt oder die richtige Flagge nicht zeigt, mündlich verwarnt werden und es muss ihm Gelegenheit gegeben werden, seinen Irrtum zu korrigieren, bevor es bestraft wird.

C8.3 Entscheiden die Bahnschiedsrichter, dass ein Boot

(a) einen Vorteil durch einen Regelverstoß trotz Verhängens einer Strafe erlangt hat oder
(b) absichtlich eine Regel verletzt hat oder
(c) einen Verstoß gegen das sportliche Verhalten begangen hat
muss es nach Regel C5.2, C5.3 oder C5.4 bestraft werden.

C8.4 Entscheiden Bahnschiedsrichter oder Mitglieder des Schiedsgerichts, dass ein Boot möglicherweise gegen eine andere als die in C6.1(a) und C6.2 aufgeführten Regeln verstoßen hat, müssen sie das Schiedsgericht darüber informieren, damit es nach Regel 60.3 und Regel C6.6, falls angebracht, verfahren kann.

C8.5 Wenn nach dem Start eines Bootes die Bahnschiedsrichter der Überzeugung sind, dass das andere Boot nicht starten wird, können sie nach Regel C5.4 anzeigen, dass das Boot, das nicht gestartet ist, disqualifiziert ist und das Match beendet ist.

C8.6 Wenn die Bahnschiedsrichter eines Matches zusammen mit mindestens einem weiteren Bahnschiedsrichter entscheiden, dass ein Boot Regel 14 verletzt hat und daraus Schaden entstand, können sie ohne Anhörung eine Punkt-Strafe verhängen. Der Teilnehmer muss so bald wie möglich über die Strafe informiert werden und kann zum Zeitpunkt der Information an ihn eine Verhandlung beantragen. Das Schiedsgericht muss dann gemäß Regel C6.6 vorgehen. Jede Strafe, die durch das Schiedsgericht entschieden wird, kann mehr als die durch die Bahnschiedsrichter verhängte Strafe sein. Entscheiden die Bahnschiedsrichter, dass eine Strafe von mehr als einem Punkt angemessen ist, müssen sie nach Regel C8.4 vorgehen.

C9 Anträge auf Wiedergutmachung oder Wiederaufnahme; Berufungen; andere Verfahren

C9.1 Bei Entscheidungen, die nach den Regeln C5, C6, C7 oder C8 getroffen wurden, können keine Anträge auf Wiedergutmachung gestellt werden und sie sind nicht berufungsfähig. In Regel 66 ist der dritte Satz geändert in: „Eine Partei darf keine Wiederaufnahme beantragen.“

C9.2 Ein Teilnehmer darf einen Antrag auf Wiedergutmachung nicht auf die Behauptung gründen, dass eine Handlung eines Funktionärsbootes unzulässig war. Das Schiedsgericht kann unter solchen Umständen entscheiden, Wiedergutmachung zu erwägen, jedoch nur, wenn es der Meinung ist, dass das Funktionärsboot - einschließlich eines Bahnschiedsrichterbootes - ein teilnehmendes Boot ernsthaft behindert hat.

C9.3 Keinerlei Vorgehen, außer den in C9.2 erlaubten, sind in Bezug auf eine Handlung oder Unterlassung der Bahnschiedsrichter zulässig.

C10 Wertung

C10.1 Der Teilnehmer, der sein Match gewinnt, erhält einen Punkt (bei einem toten Rennen erhält jeder einen halben), der Verlierer keinen Punkt.

C10.2 Zieht sich ein Teilnehmer von einem Teil der Veranstaltung zurück, bleiben die Ergebnisse aller beendeten Wettfahrten bestehen.

C10.3 Wenn eine einzelne Round-Robin vor Durchführung aller Wettfahrten abgeschlossen wird oder eine mehrfache Round-Robin während der ersten Round-Robin abgeschlossen wird, ist die Punktwertung eines Teilnehmers der Durchschnitt der Punkte aus den einzelnen von dem Segler gesegelten Wettfahrten. Wenn jedoch ein Teilnehmer weniger als ein Drittel der angesetzten Wettfahrten gesegelt hat, muss die gesamte Round-Robin aus der Wertung genommen und falls notwendig, die Veranstaltung ungültig erklärt werden. Um Gleichstand nach Regel C11.1(a) aufzulösen ist die Punktwertung des Teilnehmers der Punkt-Durchschnitt pro Wettfahrt zwischen den punktgleichen Teilnehmern.

C10.4 Endet eine mehrfache Round-Robin mit einer unvollständigen Round-Robin, wird nur ein Punkt für alle gesegelten Matches zwischen jeweils zwei Teilnehmern wie folgt vergeben:

Anzahl der Matches zwischen jeweils zwei Teilnehmern
Punkte für jeden Gewinn
1
ein Punkt
2
ein halber Punkt
3
ein drittel Punkt
u.s.w.
 

C10.5 In einer Round-Robin-Serie

(a) müssen die Teilnehmer entsprechend ihrer Gesamtpunktzahl platziert werden, beginnend mit der höchsten Punktzahl;

(b) ein Teilnehmer, der ein Match gewonnen hat, aber wegen eines Regelverstoßes gegen einen Teilnehmer eines anderen Matches disqualifiziert wurde, verliert den Punkt für dieses Match (diesen Punkt erhält jedoch nicht der verlierende Teilnehmer ), und

(c) die Gesamtposition zwischen Teilnehmern, die in verschiedenen Gruppen segelten, muss durch die höchste Punktzahl entschieden werden.

C10.6 In einer K-O-Runde müssen die Segelanweisungen die minimale Anzahl der Punkte vorschreiben, die zum Gewinn einer Serie zwischen zwei Teilnehmern erforderlich ist. Wenn eine K-O-Runde beendet ist, ist sie zugunsten des Teilnehmers mit der höheren Punktzahl zu entscheiden.

C11 Gleichstand

C11.1 Round-Robin-Serien

In einer Round-Robin-Serie werden die Teilnehmer in eine oder mehrere Gruppen aufgeteilt und gemäß einem Ablaufplan muss jeder Teilnehmer ein oder mehrmals gegen jeden anderen Teilnehmer seiner Gruppe segeln. Jede im Veranstaltungsformat festgelegte separate Stufe muss als eigenständige Round-Robin-Serie behandelt werden, unabhängig davon, wie oft in dieser Stufe jeder Teilnehmer gegen jeden anderen Teilnehmer segelt.

Gleichstand zwischen zwei oder mehr Teilnehmern in einer Round-Robin-Serie ist nach den folgenden Kriterien in der vorgegebenen Reihenfolge aufzulösen, bis alle Gleichstände aufgelöst sind. Wenn eine oder mehr Gleichstände nur teilweise aufgelöst wurden, müssen die Regeln C11.1(a) bis C11.1(e) erneut angewandt werden.

Gleichstand ist zugunsten der (des) Teilnehmer(s) aufzulösen, der
(a) die meisten Punkte bei den der Reihe nach aufgelisteten Matches zwischen den punktgleichen Teilnehmern hat.

(b) bei Gleichstand zwischen zwei Teilnehmern in einer mehrfachen Round-Robin-Runde das letzte Match zwischen diesen beiden Teilnehmern gewonnen hat.

(c) die meisten Punkte gegen den am besten platzierten Teilnehmer in der Round-Robin-Runde erreichte oder, falls erforderlich, den Zweitplatzierten usw., bis die Punktgleichheit aufgelöst ist. Müssen zwei verschiedene Gleichstände aufgelöst werden und hängt das Auflösen des einen Gleichstands von der Auflösung des anderen Gleichstands ab, sind im Verfahren der Regel C11.1(c) folgende Prinzipien anzuwenden:

(1) Der Gleichstand um einen besseren Platz muss vor dem Gleichstand um einen schlechteren Platz aufgelöst werden und
(2) alle Teilnehmer, die für einen schlechteren Platz gleich sind, müssen für die Auflösung nach Regel C11.1(c) als ein einziger Teilnehmer behandelt werden.

(d) nach Anwendung der Regel C10.5(c) den höchsten Platz in den verschiedenen Gruppen hat, unabhängig von der Anzahl der Teilnehmer in jeder Gruppe.

(e) in der am kürzesten zurückliegenden Stufe der Veranstaltung (fleet race, round robin etc.) die höchste Platzierung hatte.

C11.2 K-O-Serien

Der Gleichstand (einschließlich 0:0-Wertungen) zwischen Teilnehmern in einer K-O-Serie muss nach folgenden Kriterien in der vorgegebenen Reihenfolge aufgelöst werden, bis es zu einer Auflösung gekommen ist. Der Gleichstand ist zugunsten des Teilnehmers aufzulösen, der

(a) in der am kürzesten zurückliegenden Round-Robin-Runde besser platziert war, wenn erforderlich unter Anwendung von Regel C11.1;

(b) das am kürzesten zurückliegende Match zwischen den punktgleichen Teilnehmern bei dieser Veranstaltung gewonnen hat.
.

C11.3 Verbleibende Gleichstände

Wenn Regel C11.1 oder C11.2 den Gleichstand nicht auflösen, gilt:

(a) Wenn der Gleichstand für die nächste Stufe der Veranstaltung (oder eine andere Veranstaltung, für die diese Veranstaltung als direkte Qualifikation gilt) aufgelöst werden muss, ist der Gleichstand, wenn möglich, durch ein Aussegeln aufzulösen. Entscheidet die Wettfahrtleitung, dass ein Aussegeln nicht möglich ist, soll zu Gunsten des Teilnehmers entschieden werden, der die höchste Punktzahl in der Round-Robin-Serie hat, nachdem für jeden der gleichen Teilnehmer die Wertung für sein zuerst gesegelte Match gestrichen wurde oder, falls dies nicht zum Erfolg führt, das zweite Match jedes gleichen Teilnehmers usw., bis der Gleichstand aufgelöst ist. Ist ein Gleichstand teilweise aufgelöst, ist der verbleibende Gleichstand durch erneutes Anwenden der Regeln C11.1 und C11.2 zu lösen.

(b) Um den Gewinner einer Veranstaltung, die nicht die direkte Qualifizierung für eine andere Veranstaltung ist, oder die Endplatzierung von Teilnehmern zu bestimmen, die in einer Runde einer K.-O.-Serie aus geschieden sind, muss ein Entscheidungsmatch gesegelt werden (aber kein Losentscheid).

(c) Wurde ein Gleichstand nicht aufgelöst, so sind alle Geldpreise oder Ranglistenpunkte für die Plätze, für die Punktgleichheit besteht, zu addieren und zu gleichen Teilen auf die punktgleichen Teilnehmer aufzuteilen.