90 Wettfahrtleitung; Segelanweisungen; Wertung

90.1 Wettfahrtleitung

Die Wettfahrtleitung muss Wettfahrten nach Weisung des Veranstalters und in Übereinstimmung mit den Regeln durchführen.

90.2 Segelanweisungen

(a) Die Wettfahrtleitung muss schriftliche Segelanweisungen veröffentlichen, die Regel J2 entsprechen.

(b) Wenn bei einer Veranstaltung Meldungen aus anderen Ländern erwartet werden, müssen, falls angemessen, die Segelanweisungen die anzuwendenden nationalen Vorschriften in englischer Sprache enthalten.

(c) Änderungen der Segelanweisungen müssen schriftlich erfolgen und an der offiziellen Tafel für Bekanntmachungen, vor der in den Segelanweisungen festgesetzten Zeit, ausgehängt werden oder, auf dem Wasser, jedem Boot vor seinem Ankündigungssignal mitgeteilt werden. Mündlich dürfen Änderungen nur auf dem Wasser bekannt gegeben werden und nur, wenn das Verfahren in den Segelanweisungen festgelegt ist.

90.3 Wertung

(a) Die Wettfahrtleitung muss eine Wettfahrt oder Wettfahrtserie unter Verwendung des Low-Point-Systems gemäß Anhang A werten, wenn nicht die Segelanweisungen ein anderes System vorschreiben. Eine Wettfahrt muss gewertet werden, falls sie nicht abgebrochen wird und wenn ein Boot die Bahn in Übereinstimmung mit Regel 28 absegelt und innerhalb des evtl. vorgegebenen Zeitlimits durch das Ziel geht, auch dann, wenn es nach dem Zieldurchgang aufgibt oder disqualifiziert wird.

(b) Sieht ein Wertungssystem vor, dass eine oder mehrere Wettfahrtwertungen aus der Gesamtwertung eines Bootes gestrichen werden, darf die Disqualifikation nach Regel 2, nach Regel 30.3 letzter Satz, nach Regel 42 bei Gültigkeit der Regel P2.2 oder P2.3 sowie nach Regel 69.2(c)(2) nicht gestrichen werden. Stattdessen muss die nächst schlechteste Wertung gestrichen werden.

(c) Wenn die Wettfahrtleitung auf Grund eigener Aufzeichnungen oder Beobachtungen entscheidet, dass sie ein Boot falsch gewertet hat, muss sie den Fehler berichtigen und die berichtigte Wertung den Teilnehmern zugänglich machen.